Zykluscomputer

In jüngster Zeit kamen Zykluscomputer auf den Markt, die - nicht zuletzt wegen ihrer mediengerechten Vermarktung - das Interesse an natürlicher Familienplanung, speziell aber an allen neuen Technologien in diesem Bereich entfacht haben. Alle neuen Technologien in der natürlichen Familienplanung sind Hilfsmittel, um die fruchtbare Zeit im Zyklus zu bestimmen. Eine Einteilung der verschiedenen Geräte lässt sich danach vornehmen, welche Marker für die Bestimmung der fruchtbaren Zeit verwendet werden.

Bei direkten Markern werden die Hormone selbst gemessen, bei indirekten Markern die durch Hormone verursachten Zyklussymptome wie z.B. Veränderungen der Basaltemperatur oder des Zervixschleims.

Temperaturcomputer

Alle Temperaturcomputer basieren auf der zyklusabhängigen Veränderung der Basaltemperatur. Vorteile der Temperaturcomputer sind: kürzere Messzeiten, ein Signalton am Ende der Messung, Speicherung und Abrufbarkeit der gemessenen Daten und des aktuellen Fruchtbarkeitsstatus. Die von der Frau morgens mit einem Präzisionsthermometer gemessene Aufwachtemperatur wird von einem angeschlossenen Kleincomputer gespeichert. Die Geräte unterscheiden sich voneinander u.a. durch die Art der Temperaturauswertung, durch die Bestimmung der unfruchtbaren Tage am Zyklusanfang (meist durch eine Art Kalendermethode, orientiert an den gespeicherten Zykluslängen) sowie durch einige technische Besonderheiten und Details. Derzeit sind folgende Temperaturcomputer auf dem Markt:

 
Cyclotest 2 Plus
 
Ladycomp/Babycomp
 
Bioself PLUS
 
MiniSophia


Beurteilung

Die aktuelle Datenlage lässt darauf schließen, dass die Temperaturcomputer Cyclotest 2 Plus und Ladycomp/Babycomp relativ sicher sind. Sie reichen vermutlich nicht in die hochsichere Kategorie wie Pille, Spirale und symptothermale Methode der NFP, können aber noch als sicher bezeichnet werden.

Zur jetzigen Generation von Bioself gibt es keine Daten. Zum Gerät Minisophia liegen weltweit seit Jahren keine Testergebnisse vor.

Hormonmesssystem PERSONA

PERSONA besteht aus einem brillenetuigroßen Monitor und monatlich 8 Teststreifen (im 1. Zyklus 16 Teststreifen) für Urintests.


Ein Teststreifen wird in den Morgenurin gehalten und dann in den Leseschlitz des Monitors gesteckt. Dort werden die Hormonkonzentrationen mit Hilfe eines Photometers abgelesen. Der Monitor wertet die Ergebnisse aus und zeigt der Anwenderin nach ca. 5 Min. den aktuellen Fertilitätsstatus durch ein rotes (=fruchtbar) oder grünes (=unfruchtbar) Licht an. Ein gelbes Lichtsignal teilt der Anwenderin mit, wann ein Test erforderlich ist. Wenn ein Anstieg des Eisprunghormons LH gemessen wird, zeigt das Display ein "O"-Symbol.
Der Monitor enthält eine Datenbank, die neben Zyklusbeginn und Zykluslänge alle Hormondaten der letzten 6 Anwendungsmonate speichert und auswertet. Den Zyklusstart gibt die Anwenderin morgens mittels "M-Knopf" ein und bestimmt dadurch gleichzeitig den Zeitrahmen, innerhalb dessen die Urintests in dem nun beginnenden Zyklus durchgeführt werden müssen (+3 h).
Von 1995-1996 wurde eine große, prospektive Gebrauchssicherheitsstudie in England, Irland und Deutschland durchgeführt.
Beurteilung:
Die Methodensicherheit bei der Verhütung fällt noch nicht in den Bereich von Pille und Spirale. PERSONA ist noch deutlich unsicherer als Pille, Spirale und die symptothermale Methode der NFP. Bei unregelmäßigen und langen Zyklen ist PERSONA ungeeignet.
Mit Einschränkungen kann PERSONA bei Kinderwunsch empfohlen werden. Eine Weiterentwicklung ist der Clear Plan Fertility Monitor, der mit 20 Teststreifen jeden Zyklus auswertet und niedrige, hohe oder maximale Empfängniswahrscheinlichkeit anzeigt.